Obwohl die Sonne lachte, herrschte nicht durchweg eitel Sonnenschein. Die Eltern, die ihre Kinder zum beliebten Kinder-Trödelmarkt zum Abschluss des Ferienspaßes begleitet hatten, aber auch weitere Bürger, zeigten wenig Verständnis für die parallel laufende „1-Euro-Aktion” des Kinderschutzbundes.
„Die nehmen sich doch gegenseitig Käufer weg”, hieß es. Doch Bärbel Schulz vom Vorstandsteam des Kinderschutzbundes äußerte sich gegenüber unserer Zeitung insofern, dass dies „zwei verschiedene Paar Schuhe” seine. Der Kindertrödelmarkt biete eben Trödel, der Kinderschutzbund verkaufe günstig vorwiegend Bekleidung. Wie dem auch sei: Zu beiden Aktionen war jede Menge los.
(Hinweis des Kinderschutzbundes: Mit Bedauern haben wir die Irritationen der Kindertrödler wahrgenommen. Selbstverständlich werden wir in Zukunft eine Parallelveranstaltung vermeiden. Wir bitten alle Trödler um Entschuldigung.)
Michael Brokhausen vom Fachbereich Jugend und Soziales, der ein waches Auge auf die kleinen Trödler auf dem Marktplatz warf, merkte an, dass schon weit vor Beginn der offiziellen Öffnung um 10 Uhr professionelle Trödelhändler auf Suche nach guten Lego-Teilen gesichtet wurden. Somit gab er den Rat für künftige Veranstaltungen dieser Art, dass Kinder nicht schon um 8.30 Uhr dort die Zelte aufschlagen mögen. Da fehle die kompetente Aufsicht, Händler hätten ein leichtes Spiel, für wenig Geld qualitativ gute Ware zu bekommen. „Um 10 Uhr war schon nichts mehr von Lego zu sehen”, bedauerte Brokhausen, der mit Mitarbeiterin Anna Jähnke von Stand zu Stand der kleinen Trödler ging. Rund 180 Anmeldungen hatten vorgelegen. Es gab so ziemlich alles, was das Kinderzimmer hergab. Der Marktplatz war voller Leben. Dominik Drees wollte sich von seinem Zelt, das er bisher gern im Garten aufgeschlagen hatte, trennen. Die beiden 7-Jährigen, Justin-Luca und Nils, warben mit unendlich vielen Kuscheltieren. Laura und Alina gaben ihre Baby-Puppen zur Adoption frei, wollten auch nicht mehr in der Puppen-Küche stehen und kochen.
„Alles, was in dieser Kiste ist, kostet 10 Cent”, lockten pfiffige Jung-Trödler. Fahrräder, Puppenwagen, Gummistiefel, Bücher, Spiele, Sportartikel oder Wasserbälle wurden feilgeboten. Eine Mutter hatte eine Flöte erstanden und spielte darauf „O du fröhliche”. Das passte zwar nicht zur Jahreszeit, zumindest aber zur Stimmung - denn auch die war fröhlich.
(Quelle: WR Ennepetal)
|