Besuchsbericht von Frau Graebsch-Wagener (Landesverband DKSB NRW):
Es dämmert bereits, als ich in mir unbekannten Straßen, den Ortsverband Ennepetal suche. Das Navigationsgerät hat mich zwar in die Nähe geführt, aber direkter heran kann ich nicht wegen der Einbahnstraßen und der Fußgängerzone.
Also fragen, aber es sind kaum noch Menschen auf der Straße. Da ein junges Pärchen, er dunkelhäutig und sie mit deutlichem Akzent, ich zweifle, ob die wissen, wo der Kinderschutzbund sich befindet. „Die Südstraße wo soll die sein, hier in Ennepetal?“ „Aber da ist ein Laden mit Kindersachen und Bären, da müssen Sie die Treppe rauf“.
Ich habe Bärti, den Kleiderladen und die Geschäftsstelle des Ortsverbandes Ennepetal gefunden und denke mir wie wichtig für die Arbeit Wiedererkennungsmerkmale und Aushängeschilder sind! Ich bin im Laden mit dem Vorstand des Ortsverbandes verabredet.
Vom Vorstandsteam treffe ich Petra Backhoff, Sabine Spruth und Iris Fanasch. Es sind auch weitere Frauen aus dem Ortsverband anwesend, um mir ihre Arbeit zu erläutern. Mit den Beisitzern verfügt der Vorstand über zehn Personen.
Es gibt diesen OV seit 27 Jahren und er hat zum Zeitpunkt meines Besuches 95 Mitglieder. Von diesen sind 40 ehrenamtlich aktiv, darunter ein Mann!
Aber der Ortsverband ist aktiv! Neben dem Kleiderladen im Zentrum, in dem auch Beratung stattfindet und der in wenigen Wochen in neue Räumlichkeiten umziehen wird, gibt es:
- Eine Lern- und Hausaufgabenhilfe an Grundschulen
- Die Finanzierung des Mittagessens für Kinder in Schulen und Kindergärten, für all diejenigen Kinder, deren Eltern das Essen nicht zahlen können.
- Kooperation mit dem städtischen Mehrgenerationenhaus
- Kooperation mit der Tafel in Ennepetal
- Eine Ranzenaktion bei der Einschulung von Kindern aus benachteiliten Familien (in Kooperation mit der JobAgentur werden die Familien gezielt angeschrieben und Erhalten ein neues Ranzenset zum Sonderpreis von 25 Euro)
- 4 Spielgruppen, sogenannte „Kindernester“ für Kinder ab zwei Jahren
- Individuelle Familienhilfe
- Elternkurse „Starke Eltern – starke Kinder“ / Babysitterausbildung
- Eine Kinder- und Eltern-Sprechstunde an zwei Grundschulen
- Kontakt zu Sportvereinen, damit bedürftige Kinder kostenfrei mitmachen können
- Viele Fluchtpunkte (Notinseln) im Stadtgebiet
Daneben immer wieder einzelne Aktionen, wie den 5.000 Teile Markt, die Beteiligung am Weihnachtsmarkt, oder auch den Wunschbaum vor Weihnachten (gemeinsam mit einem Anzeigenblatt), wo Menschen Kindern Wünsche erfüllen können; Informationsabende, Kochkurse…
Als wäre das nicht schon ein volles Programm für 40 Ehrenamtliche, möchte der OV gern Patenschaften organisieren, aber Patenschaften, die tragfähig sind! Bei denen die ehrenamtlichen Paten begleitet werden, Familien und Paten gut zueinander passen und die Patenschaft nicht nur gut gemeint ist, sondern auch gut gelingt.
Finanziert wird all das im Wesentlichen aus Spenden! Es gibt auch größere Spenden durch ortsansässige Firmen, bei der Finanzierung des Mittagessens ist die Stadt beteiligt und der Kleiderladen hilft ebenfalls.
Der OV Ennepetal legt neben der Arbeit viel Wert auf einen guten Kontakt zur örtlichen Presse und hat mit dieser auch gemeinsam die Wunschbaum-Aktion durchgeführt. Überhaupt ist die Öffentlichkeitsarbeit wichtig, wie Frau Backhoff betont. Es gibt einen Pressespiegel und schon lange eine Internetseite.
Zusätzlich macht der OV auch bei den Aktionen des LV oder auch des Bundesverbandes mit (am Weltkindertag), das Trommeln wird aktiv und gern mitgemacht.
Der Ortsverband wünscht sich vom Landesverband mehr Beratung z.B. bei den Verträgen, die Beratung durch den DPWV fanden sie enttäuschend. Außerdem wünschen sie sich Kontakt zu Ortsverbänden, die bereits erfolgreich Patenschaften durchführen, es soll schließlich fachlich gelingen!
Ich verlasse den OV mit der festen Überzeugung diesen Frauen gelingt es!
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