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DR. HALLMANN BERICHTET ZU JUGENDALKOHOLISMUS
 

Die Schlagzeilen sind unlängst bekannt: Teenager, die sich ins Koma trinken, Minderjährige mit lebensgefährlichem Promille-Wert. Eine Problematik, die auch vor den Toren unserer Stadt nicht halt macht. Mit einem Fachvortrag des Erziehungswissenschaftlers und Landeskoordinators „Suchtvorbeugung“, Dr. Hans-Jürgen Hallmann, von der Stiftung ginko, versuchte der Kinderschutzbund dem Phänomen „Kinder- und Jugendalkoholismus“ auf die Spuren zu kommen. Immer mehr Jugendliche trinken sich ins Delirium, teilweise am helllichten Tage in der Öffentlichkeit. Der Informationsabend diente Eltern, Lehrern und Fachkräften aus der Jugendhilfe dazu, den Anbeginn des Suchverhaltens, ins Bewusstsein zu rücken. „Weit über 20.000 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 17 Jahren wurden 2008 mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert“, erklärte Dr. Hallmann in den Räumen des „Bärtis“.

Immer weniger Jugendliche trinken, jedoch die, die zur Flasche greifen konsumieren enorme Mengen. Anhand der allgemein geltenden gesellschaftlichen Akzeptanz des übermäßigen Alkoholkonsums, bis hin zur fast schon unverschämten Umwerbung der jungen Konsumenten durch die Getränkeindustrie bis hin zur Vorbildsfunktion der Eltern und Erwachsenen reichte das anschaulich dargebotene Themenspektrum. Mit Nachdruck sprach sich Hallmann dafür aus, Jugendliche nicht vor dem 16. Lebensjahr zum Genuss von Alkohol zu animieren, den Beginn des Konsums also so lange wie eben möglich herauszuzögern. Obendrein setzt der Fachmann auf eine offene und etablierte Gesprächskultur im Elternhaus und Vertrauen. „Dramatisieren Sie nicht, sprechen Sie mit den Kindern – ohne belehrend zu wirken“, riet er. Bei wiederholten Exzessen legte er den Besuch einer Drogenberatungsstelle ans Herz.


 
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