„Mich interessiert nicht, ob die Mutter raucht oder ein Handy hat. Mich interessiert, ob das Kind etwas zu essen braucht. Und wenn, dann bekommt es das“, deutliche Worte fand Petra Backhoff, Vorstandsmitglied des Kinderschutzbundes in Ennepetal, als die CDU Fraktion die engagierte Ennepetalerin und ihre Stellvertreterin, Sabine Spruth, im neuen Bärti in der Fußgängerzone traf.
Im Zuge der Reihe „CDU unterwegs“ informierte sich die Fraktion vor Ort über die Arbeit und Ziele des Vereins und hörte dabei traurige Geschichten aus dem Ennepetaler Lebensalltag, die in dieser Deutlichkeit sonst nicht an die Öffentlichkeit kommen. Ohne Namen zu nennen schilderte Petra Backhoff Probleme Ennepetaler Kinder und Lebensumstände, die man in Ghettos anonymer Großstädte vermutet würde. Kinder, die nichts zu essen mit in die Schule bringen und deren Familien selbst 20 Euro Eigenanteil nicht aufbringen, um ihren Kindern ein Mittagessen in der Ganztagsbetreuung zu bezahlen. Kinder, die nicht am Sportunterricht teilnehmen können, weil sie keine Turnkleidung besitzen oder sogar Straßenkleidung vom Kinderschutzbund geschenkt bekommen, weil sie nichts anzuziehen haben.
„Wir stehen in engen Kontakt zu den Einrichtungsleitern, die die Probleme der Familien am besten kennen“, erklärte Petra Backhoff auch die Kanäle, durch die der Kinderschutzbund die Informationen bekommt, auf die der soziale Verein seine Hilfe ausbaut (Anmerkung des Kinderschutzbundes: Dabei handelt es sich bei den Einrichtungsleitungen um einen Kanal und auch hier oftmals um anonyme Anfragen). Bei seiner Hilfe setzt der Verein weitestgehend auf die Anonymität der Hilfeempfänger, „damit diese Menschen ihre Würde behalten und spüren, dass sie trotz ihrer Situation ernst genommen werden“, sagte Petra Backhoff. Ein Ansatz, den auch die CDU und ihr Bürgermeisterkandidat, Wilhelm Wiggenhagen, verfolgen. Auch nach der Wahl. Dann werde die CDU dem Kinderschutzbund einen Lokalpolitiker als Ansprechpartner zur Seite stellen, über den der Verein schnell und unbürokratisch seine Anliegen in die Fraktion tragen kann, versprach Fraktionschef Walter Faupel während des Treffens.
Auch in einem weitern Punkt stimmen die Wünsche der Kinderschutzbund-Vorsitzenden (Anm. DKSB: des Vorstandsteammitgliedes) mit den Forderungen der CDU überein, der Einrichtung eines Schülerparlamentes. Als einzige politische Jugendorganisation Ennepetals setzt sich auch die Junge Union dafür ein, dass Schüler und Jugendliche die Möglichkeit bekommen, im Kontakt mit Lokalpolitikern ihre Wünsche, Anregungen und Verbesserungsvorschläge zu äußern. Im letzten Schulausschuss wurden bereits Pläne vorgestellt, wie das Schülerparlament zusammen gesetzt sein soll. Ein weiterer Vorschlag, der derzeit diskutiert wird, sieht vor, dass der zukünftige Bürgermeister dem Schülerparlament vorsteht und dessen Sitzungen leitet.
Quelle: WAP, Samstag, 22.08.2009
|
|
|