Gesundheit: Kinder weniger fit als früher
Eine bedenkliche Entwicklung: Ein durchschnittlicher Zehnjähriger ist heute deutlich weniger fit als sein Altersgenosse vor zehn Jahren. Das ergab eine Studie in England. Das viele Sitzen vor Computer und Fernseher scheint Teenager immer träger und unbeweglicher werden zu lassen. Sogar die, die nicht unter Übergewicht leiden. Das ergab eine Studie der englischen Universität in Essex. Die Forscher wählten 1998 in der Stadt Chelmsford in sechs Schulen 300 Zehnjährige mit nur wenig Übergewicht und testeten ihre Fitness bei einem 20-Meter-Lauf. Die Forscher um Gavin Sandercock wiederholten die Tests 2008 mit ebenfalls 300 Zehnjährigen. Ergebnis: Die Kinder von 1998 würden bei einem Wettlauf gegen die Kinder von 2008 zu 95 Prozent gewinnen. Obwohl die Studienteilnehmer 2008 nicht unter mehr Übergewicht litten als in der Vergleichsgruppe zehn Jahre zuvor, gab es einen deutlichen Unterschied bei der Fitness. „Der war groß und beängstigend“, sagt Studienleiter Sandercock. Die Forscher befürchten, dass sie ähnliche oder gar noch schlimmere Ergebnisse erzielen, wenn sie die Tests mit Teenagern aus Gegenden machen, in denen viele Übergewicht haben. „Lediglich das Übergewicht zu messen wird wohl nicht ausreichend sein, wenn wir uns mit der zukünftigen Gesundheit von Kindern beschäftigen“, sagt der Studienleiter. Er sieht die Notwendigkeit, künftig auch die Fitness zu beobachten. „Wir haben eine Generation von Kindern, die mehr und mehr Zeit vor dem Bildschirm verbringen, sei es vor dem Fernseher oder Computer.“
(apotheken-umschau vom 22. Dezember 2009 – Von Sibylla Machens)
Deutsche Teenager legen kräftig zu
Vor allem der Anteil fettleibiger Mädchen ist deutlich gestiegen Im Straßenbild deutscher Städte zeigt sich längst, was das Ergebnis einer neuen Statistik der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) offenlegt: Der Anteil fettleibiger Mädchen in Deutschland hat sich binnen fünf Jahren laut einer OECD-Statistik verdoppelt. 2001 waren 5,5 Prozent der 15-jährigen Mädchen fettleibig, 2006 bereits 11 Prozent. Bei den Jungen stieg der Anteil in diesem Zeitraum von 13,7 auf 16 Prozent. Damit liegt Deutschland bei den Mädchen knapp über dem OECD-Durchschnitt von 10,1 Prozent, bei den Jungen darunter (17,2). Übergewicht und Fettleibigkeit können schon im Kindesalter zu Krankheiten führen, wie eine Studie des Herzzentrums der Universität Leipzig ergab. Danach weisen dicke Kinder häufig schon früh Blutgefäßschäden auf, die zu Arterienverkalkung führen können. Der Blutdruck stark übergewichtiger Kinder ist höher als bei normalgewichtigen. Zudem haben fettleibige Kinder ein höheres Diabetes-Risiko. Kinder aus Familien mit geringem Einkommen und relativ niedrigem sozialen Status sind öfter von Übergewicht betroffen als wohlhabende Kinder, wie Untersuchungen ergaben. Um die gesunde Ernährung von Kindern zu fördern, hatte der Bundesrat zuletzt der Verteilung von kostenlosem Obst in Schulen zugestimmt. Mehrere Länder lehnten eine Beteiligung aus finanziellen Gründen aber ab. Dem Beschluss ging ein Streit voraus, ob Bund oder Länder die anteiligen nationalen Kosten eines entsprechenden EU-Programms tragen müssen.
(dpa/apotheken-umschau vom 9. Dezember 2009)
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